Fortbildung und Fallberatung für die Jugendhilfe
ADHS Pädagogik ist ein pädagogisches Konzept für die Erziehung von Kindern mit ADHS – entwickelt von Julian Fricke. Für Teams in Wohngruppen, ambulanten Hilfen und Intensivpädagogik biete ich Fortbildungen und Fallberatung an: zu ADHS im Gruppenalltag, zu Krisen und Eskalationen und zu jungen Menschen, die als „Systemsprenger“ gelten.
In der stationären und ambulanten Jugendhilfe treffen Fachkräfte häufig auf Kinder und Jugendliche, bei denen ADHS, belastende Erfahrungen und viele Beziehungsabbrüche zusammenkommen. Studien wie die Ulmer Heimkinderstudie zeigen, dass ein großer Teil der jungen Menschen in Heimen und Wohngruppen psychisch stark belastet ist. Diese Arbeit braucht Wissen, eine klare Haltung und ein Team, das zusammenhält.
Das Wichtigste in Kürze
- Für wen: Wohngruppen, Intensivpädagogik, ambulante Hilfen, Jugendämter, Schulsozialarbeit und Träger der Jugendhilfe.
- Formate: Teamfortbildung, Fachtag, Fallberatung einzeln oder als Reihe.
- Inhalte: ADHS im Gruppenalltag, Krisen und Deeskalation, Beziehung halten, offene und geschlossene Settings, Resilienz bei Jugendlichen und im Team.
- Erfahrung: langjährige Praxis in der Jugendhilfe und in der Beratung von Fachkräften bei komplexen Verläufen.
Die Module
Modul 1: ADHS im Gruppenalltag
Wie sich ADHS in Wohngruppe und ambulanter Hilfe zeigt und wie man es pädagogisch von anderen Belastungen unterscheidet, ohne Diagnosen zu stellen. Struktur, Tagesabläufe, klare Absprachen und Verstärkung im Gruppenalltag.
Modul 2: Krisen, Eskalation und Deeskalation
Frühwarnzeichen erkennen, im Moment Sicherheit herstellen, danach nachbesprechen. Mit klaren Rollen im Team, Krisenplänen und einer Nachbesprechung, die das Lernen in den Mittelpunkt stellt.
Modul 3: „Systemsprenger“ – Beziehung halten statt abbrechen
Junge Menschen, die als „nicht betreubar“ gelten, haben oft viele Abbrüche hinter sich. Der Sonderpädagoge Menno Baumann hat gezeigt, dass sich solche Verläufe als Wechselspiel zwischen dem jungen Menschen und dem Hilfesystem verstehen lassen. Wir schauen, was Abbrüche verhindert: Beziehungskontinuität, flexible Hilfen und eine Hilfeplanung, die die Sicht des jungen Menschen ernst nimmt. Mehr dazu im Beitrag Systemsprenger: Liegt es am Jugendlichen oder am System?
Modul 4: Offene und geschlossene Settings
Wann Schutz notwendig ist, was eine freiheitsentziehende Unterbringung rechtlich voraussetzt und warum Selbstverantwortung vor allem in offenen Settings wachsen kann. Mehr dazu im Beitrag Geschlossene oder offene Unterbringung?
Modul 5: Grenzen setzen ohne Machtkampf
Klare Regeln, die durchgehalten werden, ohne dass es zu einem Kampf um Macht wird. Wie Fachkräfte Grenzen halten, wenn Jugendliche testen, lügen oder provozieren, und dabei die Beziehung nicht verlieren.
Modul 6: Resilienz bei Jugendlichen fördern
Auch junge Menschen mit sehr schwierigen Lebensgeschichten haben Stärken. Wir schauen, wie Fachkräfte Selbstwirksamkeit, Selbststeuerung und Problemlösen im Alltag stärken und warum eine verlässliche Bezugsperson einer der wichtigsten Schutzfaktoren ist.
Modul 7: Resilienz im Team, Rollen und Selbstfürsorge
Wer täglich Krisen begleitet, braucht ein Team, das sich gegenseitig stützt. Wir arbeiten an gemeinsamer Haltung, klaren Rollen, dem Umgang mit Teamdynamiken in komplexen Fällen und an Wegen, die eigene Kraft zu erhalten. Für Leitungen gibt es zusätzlich das Thema „Pädagogische Teams leiten“ bei den Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte.
Fallberatung bei komplexen Verläufen
In der Fallberatung schauen wir gemeinsam auf einen konkreten jungen Menschen, anonymisiert und mit dem Blick auf Lösungen. Was wissen wir über die Geschichte? Was hat bisher geholfen, was nicht? Welche nächsten Schritte sind realistisch, auch mit Blick auf den Hilfeplan nach § 36 SGB VIII? Die Fallberatung ist als einzelner Termin oder als regelmäßige Reihe möglich.
Formate
- Teamfortbildung: halbtags oder ganztags, vor Ort in Berlin oder online.
- Fachtag: für mehrere Teams oder einen ganzen Träger, mit Vortrag und Arbeitsgruppen.
- Fallberatung: einzeln oder als Reihe, für Teams oder einzelne Fachkräfte.
Anfrage und Kosten
Die Kosten richten sich nach Format, Umfang und Teamgröße. Schicken Sie mir Ihre Anfrage über das Kontaktformular. Nach einem kurzen Vorgespräch erhalten Sie ein Angebot. Alle Vorträge und Workshops finden Sie hier, alle Angebote in der Übersicht.
Häufige Fragen
Ersetzt die Fallberatung eine Supervision?
Nein. Die Fallberatung ist fachlich-pädagogisch und auf konkrete Fälle ausgerichtet. Supervision hat einen eigenen Auftrag und kann parallel bestehen.
Arbeiten Sie auch mit Jugendämtern zusammen?
Ja. Fortbildungen und Fallberatungen sind auch für Fachkräfte im Jugendamt und in der Hilfeplanung möglich.
Wie werden Daten geschützt?
Fälle werden anonymisiert besprochen. Namen und Merkmale, durch die ein junger Mensch erkannt werden könnte, bleiben außen vor.
Kostenlose Hilfen und persönliche Unterstützung
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