Empathie- und Sozialkompetenztraining

Gefühle verstehen, Beziehungen gestalten. Kinder mit ADHS erleben Gefühle oft intensiver und reagieren schneller. Im Training lernen sie, Gefühle bei sich und anderen wahrzunehmen, einzuordnen und neue Handlungsmöglichkeiten auszuprobieren.

Wir arbeiten spielerisch, im Gespräch und mit Situationen, die Ihr Kind wirklich erlebt – in der Familie, in der Schule und mit Freunden. So entstehen mehr Sicherheit, Selbstvertrauen und gelingende Beziehungen.

Schwierigkeiten mit starken Gefühlen gehören bei vielen Kindern mit ADHS zum Alltag. Eine viel beachtete Übersichtsarbeit von Philip Shaw, Argyris Stringaris, Joel Nigg und Ellen Leibenluft (2014) zeigt, dass Reizbarkeit, schnelle Wut und geringe Frustrationstoleranz bei einem großen Teil der Kinder mit ADHS auftreten. Oft belasten sie Familie und Freundschaften stärker als die Unaufmerksamkeit selbst.

ADHS Pädagogik ist ein pädagogisches Konzept für die Erziehung von Kindern mit ADHS – entwickelt von Julian Fricke. Das Empathie- und Sozialkompetenztraining stützt sich auf drei fachliche Grundlagen:

  • Emotionscoaching nach John Gottman: Gefühle ernst nehmen, benennen und gemeinsam nach einem guten Umgang suchen. Kinder, deren Bezugspersonen so begleiten, können sich in Studien besser selbst beruhigen.
  • Resilienzförderung nach Fröhlich-Gildhoff und Rönnau-Böse: Selbstwahrnehmung, Selbststeuerung, soziale Kompetenz und Problemlösen sind Fähigkeiten, die sich gezielt stärken lassen.
  • „Kinder machen es gut, wenn sie es können“ nach Ross Greene: Hinter schwierigem Verhalten steht meist eine fehlende Fähigkeit, nicht fehlender Wille. Genau diese Fähigkeiten üben wir.
Gefühlskarten mit fröhlichem, traurigem, wütendem und ruhigem Gesicht – Emotionstraining für Kinder mit ADHS

Einzeltraining für Ihr Kind

Im Mittelpunkt steht Ihr Kind. Das Training findet im Einzelsetting statt, nicht in der Gruppe.

So kann ich genau an den Situationen ansetzen, die Ihr Kind gerade beschäftigen, und Tempo, Übungen und Methoden an Ihr Kind anpassen. Ich habe das Training an einer Grundschule entwickelt und mit Kindern erprobt. Seitdem wende ich es fortlaufend an und entwickle es weiter.

Das Training ist pädagogisch und keine Therapie: Diagnose und Behandlung von ADHS liegen bei Ärztinnen, Ärzten und Psychotherapeuten. Das Training ergänzt diese Hilfen. Wie ein Termin aufgebaut ist und welche Übungen dazugehören, lesen Sie unter Inhalte und Ablauf des Trainings.

Zwei Kinderstühle an einem kleinen Tisch mit Bausteinen – Einzeltraining für Kinder mit ADHS

Eltern arbeiten parallel mit

Das Training ist kein einzeln buchbarer Baustein, sondern Teil eines Gesamtpakets: Während Ihr Kind trainiert, arbeiten Sie als Eltern parallel mit.

Sie erfahren, woran Ihr Kind gerade arbeitet, und erhalten konkrete Anregungen, wie Sie die Themen zu Hause aufgreifen und Ihr Kind in schwierigen Momenten begleiten können. So festigt sich im Familienalltag, was im Training geübt wird.

Warum Eltern mitarbeiten: Eine Übersichtsarbeit der Cochrane Collaboration (Storebø und Kollegen, 2019) zeigt, dass Trainings sozialer Fähigkeiten für sich allein nur begrenzt wirksam belegt sind. Entscheidend ist, dass das Gelernte im Alltag geübt und von den Bezugspersonen aufgegriffen wird. Deshalb ist die Elternarbeit fester Bestandteil des Trainings.

Begleitend dazu bietet sich die Erziehungsberatung an, mit Elterntraining für den Familienalltag. Praktische Hilfen für zu Hause finden Sie in den Checklisten, etwa dem Wut-Notfallplan.

Offenes Notizbuch und eine Tasse Tee – Elternarbeit parallel zum Emotionstraining

Was Ihr Kind im Training lernt

Wir arbeiten an den Fähigkeiten, die Kindern mit ADHS im Alltag oft am meisten abverlangen:

  1. Gefühle bei sich erkennen und benennen
  2. Mit Wut, Frust und Impulsen umgehen
  3. Wahrnehmen, wie es anderen geht
  4. Konflikte lösen und im Kontakt bleiben
  5. Sicherer und selbstbewusster in sozialen Situationen werden

Die sechs Bausteine: Gefühle erkennen und benennen · Körpersignale und Wut-Ampel · Stopp – Denken – Handeln · Perspektive wechseln · Konflikte lösen und Freundschaften pflegen · Stärken entdecken. Alle Bausteine, Ablauf und Fragen im Detail

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Spielfigur auf dem ersten von vier bunten Trittsteinen – Lernschritte im Emotions- und Sozialkompetenztraining

Der erste Schritt zum Training

In einem unverbindlichen Erstgespräch schildern Sie, was Ihr Kind gerade beschäftigt. Gemeinsam klären wir, ob das Training mit begleitender Elternarbeit passt und wie der Ablauf aussieht.

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