Elternkurs ADHS in der Gruppe
ADHS Pädagogik ist ein pädagogisches Konzept für die Erziehung von Kindern mit ADHS – entwickelt von Julian Fricke. Der Elternkurs in der Gruppe verbindet Wissen, konkrete Werkzeuge für den Alltag und den Austausch mit anderen Eltern. An fünf Abenden online bearbeiten wir die Themen, die Familien mit ADHS am meisten beschäftigen.
Viele Eltern sagen nach dem ersten Abend denselben Satz: „Ich dachte, nur bei uns ist es so.“ Genau das ist die Stärke einer Gruppe. Sie hören, wie andere Familien mit ähnlichen Situationen umgehen, und gehen mit Ideen nach Hause, die sich direkt ausprobieren lassen.
Das Wichtigste in Kürze
- Format: fünf Abende online, je etwa 90 Minuten, in einer kleinen Gruppe.
- Für wen: Eltern von Kindern im Kita- und Grundschulalter mit ADHS oder ADHS-typischem Verhalten. Eine Diagnose ist nicht nötig.
- Aufbau: jeder Abend mit einem Thema, kurzen Impulsen, Austausch und einer kleinen Aufgabe für die Woche.
- Material: Checklisten und Pläne zum Ausdrucken für jeden Abend.
Die fünf Abende
Abend 1: ADHS verstehen – und das eigene Kind neu sehen
Was im Kopf eines Kindes mit ADHS anders läuft: Aufmerksamkeit, Impulse, Zeitgefühl und Gefühle. Wir schauen auf das Verhalten, das Sie im Alltag erleben, und übersetzen es: Was ist Absicht, was ist Überforderung? Und wir sammeln, was Ihr Kind gut kann. Aufgabe der Woche: drei Situationen beobachten, in denen es gut läuft.
Abend 2: Struktur und Routinen
Morgen, Hausaufgaben, Abend: Mit Bildplänen, kurzen Anweisungen und festen Abläufen sinkt der Streit im Alltag. Sie entwickeln einen Plan für die Situation, die bei Ihnen am meisten Kraft kostet. Aufgabe der Woche: einen Ablauf eine Woche lang gleich gestalten. Passend dazu: Checklisten zum Ausdrucken.
Abend 3: Wut, Gefühle und Krisen
Warum Kinder mit ADHS schneller explodieren, was im Moment des Ausbruchs hilft und was danach wichtig ist. Sie lernen die Wut-Ampel kennen und erstellen Ihren eigenen Notfallplan für schwierige Momente. Aufgabe der Woche: Auslöser notieren. Hintergrund: Wut und ADHS.
Abend 4: Regeln, Lob und Konsequenzen
Wenige, klare Regeln, die sichtbar sind. Lob, das wirkt, weil es sofort und konkret kommt. Konsequenzen, die nicht bestrafen, sondern das Lernen unterstützen. Wir besprechen auch, wann Punktepläne helfen und wann nicht. Aufgabe der Woche: eine Regel gemeinsam mit dem Kind aufschreiben und täglich loben, wenn es klappt.
Abend 5: Schule, Geschwister und Sie selbst
Wie gute Gespräche mit Kita und Schule gelingen, wie Geschwister nicht zu kurz kommen und wie Sie als Eltern Kraft behalten. Zum Abschluss erstellt jede Familie einen persönlichen Plan für die nächsten Wochen. Passend dazu: Entlastung für Eltern.
Warum Elterntraining in der Gruppe?
Elterntraining gehört nach der S3-Leitlinie zu ADHS zu den wichtigen Bausteinen der Unterstützung von Kindern mit ADHS. Studien zeigen vor allem eine Wirkung auf das Erziehungsverhalten: Eltern reagieren ruhiger, klarer und positiver, und das entlastet das Familienleben. Bekannte Programme wie das Therapieprogramm THOP von Manfred Döpfner und Kollegen oder „Incredible Years“ von Carolyn Webster-Stratton arbeiten deshalb auch mit Elterngruppen.
Die Gruppe hat zwei zusätzliche Vorteile: Eltern fühlen sich weniger allein, und sie lernen voneinander. Der Kurs ersetzt keine Therapie. Er ist ein pädagogisches Angebot, das ärztliche und therapeutische Hilfe ergänzt.
Termine, Kosten und Anmeldung
Die Gruppe ist klein, damit jede Familie zu Wort kommt. Die nächsten Termine und die Kosten erfahren Sie auf Anfrage. Melden Sie sich gern unverbindlich über das Kontaktformular, dann sende ich Ihnen alle Informationen.
Sie möchten erst einmal hineinschnuppern? Der kostenlose Mini-Elternkurs gibt einen ersten Eindruck. Lieber persönlich und ganz auf Ihre Familie zugeschnitten? Dann passt die Erziehungsberatung. Alle Angebote finden Sie in der Übersicht.
Häufige Fragen zum Elternkurs
Muss mein Kind eine ADHS-Diagnose haben?
Nein. Der Kurs richtet sich an Eltern, deren Kind ADHS hat oder ein Verhalten zeigt, das stark an ADHS erinnert. Ob eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist, klären Sie mit Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt.
Können beide Elternteile teilnehmen?
Ja, das ist sogar ideal. Wenn beide Eltern dieselben Abläufe und Worte nutzen, fällt es Kindern leichter, sich zu orientieren.
Was passiert, wenn ich einen Abend verpasse?
Sie erhalten die Unterlagen des Abends und können Ihre Fragen beim nächsten Treffen stellen.
Wie viel muss ich zwischen den Abenden tun?
Wenig. Jede Aufgabe ist so gewählt, dass sie in den normalen Alltag passt und nur wenige Minuten am Tag braucht.
Kostenlose Hilfen und persönliche Unterstützung
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